Gelüste

Das erste Wort in einer fremden Sprache

Loner, Streetart Tel Aviv | © Anne Seubert

Zwischen Jetzt und Hier ein Zelt aufschlagen mit Blick auf den See der Unwägbarkeiten, Schwimmflügel inklusive.

Am Ufer eine Ottomane drapieren, deinen Träumen eine Massage anbietend und Tee aus tausend und einer Frucht.

Unter den Himmel ein Wellenbad anlegen, rauschzart, keine Stille wagte sich die Stimme zu erheben, keine Wolke.

Seele an Seele Spuren in den mondsüchtigen Sand malen, so flüchtig wie ein Wimpernschlag und so mutig wie das erste Wort in einer fremden Sprache.

Geliebte

traumdelta

 

wege streicheln zwischen wimpernsaat und brauenwinkel, da wo das lid sich teilt. schauern lassen.
kuppen tupfen wo wangenmulden wölbungen folgen, auch mit geschlossenen augen.
fältchen zähmen ohne dem schattenwerfer das licht unter den scheffel zu stellen.

erst aufwachen dann einschlafen dann herträumen dann hinwerfen: den schlaf, den traum, dich und den plan für den tag.

alle zärtlichleit fallenlassen, so tief der traum klingt, erst dann die zweite stimme aufrufen
in den wald locken und eine lichtung aufspüren, die von einem morgen zeugt ohne alles zu verraten
das licht löschen und der welt den rand nehmen: wehe wenn einer springt!
deinem zittern ein plätzchen anbieten, der erste tanz gehört mir.