Gelage

Schwarm meiner Seele

Füchschen, Schwarm meiner Seele, streich mir um die Beine, streich ein, was auf dem Weg, liegt und sich räkelt und dich unters nächste Laken verführt: Streich dir die Butter aufs Brot und mir den Tag aus den Lenden. Dieser Tag, der gerade erst begonnen die Nacht verlässt, die bis auf Weiteres unter Welpenschutz, Hundertschaften rekrutierend. Hips & Honey, souffliert dein Schulterblatt an der Ampel und schaltet mutig auf Nachtblind.

Ich schulde dem Leben nicht viel, aber alles aus dem Ärmel, der gekrempelt eine Hüfte freigibt, die der Natur die Kurve streitig macht. Kurven konvex um Straßenkanten windend, wie einen, der Schönheit aus Büchern, Mut aus Volkshochschulkursen und Sehnsucht aus Liebesbriefen sich buchstabiert, die Lettern einzeln auf Zeilen fädelnd, die keinen Satz, nicht einmal ein Spiel ergeben, Serve & Volley hin oder her.

Und drei, zwei, eins zurück auf Los, die Leinen und das Vaterunser, den Mann im Mond den Buckel runter rutschen lassend: Du und ich und ein Glas, das mehr Hälfte als Kugel sich sehnt nach Füllfedern, so zart wie rauschgolden, alle Sehnsucht gegen den Strich bügelnd und alle Achtung auf sich ziehend: Schenk nochmal ein, unser Seelenheil ist vielleicht nur ein Fuchs, der auf der Lauer liegend dem Honig die Butter unters Kissen schmirgelt.

Gelage

Kellerperlen

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sie hängen an deinen lippen, verfolgen deine wendungen, lieben deine plotpoints, fordern erklärungen, folgen dir über deine brüche. du gibst. sie legen sich in deine schatten, saufen deine witze und fragen sich, wie. sie steigen herab und hinauf, der keller ein dach über dem was da schatten an der wand und wirklichkeit jenseits von welt.

sie lassen dich leben, hoch und weit und über das mögliche hinaus, bevor das hotelzimmer ruft für drei, vier stunden bevor die nächste bühne zwei welten weiter dich dazu bringen wird, um 4 uhr aufzustehen, das taxi wartet schon, muss warten, denn deine arme waren zuerst.

ellbogen ad acta halten diese zwei, was da leib und am leben. tragen zur ruhe, was zittert und zweifelt. fördern zu tage was nachtblind seit geburt: der mann in dir als gefäß, der schlürft was nährt und mich tanzen lässt, die nacht nickt und hält den takt auf abstand. gebührenfrei untertage – und dann einfach über’s meer!