Gelage

From Buda to Pest: With Love, Light and Langos!

Zwischen Buda und Pest, Du, stadtgewordenes Land, stetes Schillern zwischen gestern und morgen auf den Lippen, ich grüße dich in Lauten, die mir fremd und fragwürdig. Hast du ein Plätzchen frei für uns und unsere Spurensuche entlang der Donau?

Alltag Budapest

Das Jetzt abwaschen und noch im Morgen die Gassen wecken für einen Tag, der gelb trägt und pink und den Alltag mit Bravour. Hält die Arme offen und das Herz, das Knie leicht angewinkelt für die nächste Bordsteinkante und immer einen Teller Gulasch im Ärmel, man wisse  ja nie.

Der Autor am Nachbartisch aber weiss um das was nicht geht, um das was du unmöglich machst, um das was du ihm und seiner Familie täglich aufs Brot schmierst. Zeilen raubst du ihm aus dem Buch, das so nicht geschrieben sein wird, wenn seine Tochter, die er nicht in das Land seiner Träume bringen kann und die Resignation in seiner Stimme als er von Reden, die von Papieren abgelesen werden, die nicht die eigene Handschrift tragen, ahnt Wände, die zu erklimmen einen Kompromiss fordern, den er nicht einzugehen bereit ist.

Sitting

Für Dialog ist die Kirche nicht gemacht, lernte ich letzthin bei Doris , denn nur von der Kanzel schallt es, nicht aber zurück. Architektur ist mehr als Kunst, aber eben auch und eine Mauer so viel mehr als eine Dachtragende Steinwand. Ist sonnenwarm zu weilen für Salamander und solche, die es werden wollen, für Leser und Anlehnungsbedürftige, Treppenhocker und müde gewordene, für dich und mich auch.

Fassade ist wenig und viel in dieser Stadt, die sich der Revolution verschrieben und dem Alltag erlegen. Der Stadtromantiker in uns weiß die Patina zu schätzen, die Jahrzehnte, was sag ich, Jahrhunderte auffährt, als wär ein Katalog der Gezeiten das Ziel gewesen. Das Ende mit 973 zu beziffern scheint mutig, die Hoffnungslosigkeit zuweilen überwältigend, aber deine Verspieltheit, Budapest, deine Lust zwischen Vintage und Steampunk, Kaiserzeit und Zukunft hin und her zu hüpfen, macht uns Appetit!

From Buda to Pest

Und dann ist plötzlich Abend und du mahnst zum Abschied nochmal das Stadtpanorama aufs Menü zu nehmen, ordnest Parkbuchten in Mauerfijorde und winkelst das Abendlicht an, dich erstrahlen zu lassen, auf dass wir dich als Postkarte teilen, als Sehnsuchtsort speichern, als magische Komplizin an Donauwelle bewahren wollen. Egészségére, Bella, Hamarosan találkozunk!

Gelüste

1, 2 oder 3?

gegen die wand stellst du die wunden der nacht, öffnest dem spätsommer die tür mit einem in weihrauch geschwängerten gedicht auf den schenkeln, das deine lippen badeanzug statt bikini tragen lässt: 1, 2 oder 3 ? weiter kann der tag den rock nicht heben, das knie auf zwei viertel vom takt gebucht, fordert horrende ablöse und rettungsring und zwei whisky cola auf eis.

wie damals! prustend leckst du das laub dem alt gewordenen asphalt aus der kurve, den schatten fernzuhalten suchend, der schon wieder bein zeigt, als bekäm er’s gezahlt. augenbraue für augenbraue, zuckt das grün in tönen zwischen betonpflanzen, bühne bordend für den nächsten mensch, der hält, was er nie zu träumen wagte und die hüfte nicht nur als bindeglied missachtet.

halleluja wäre jetzt fies und pathos und drei oktaven zu tief gelagert, dann lieber die stimmgabel ins haupthaar, den alltag in den kofferraum und einem laib gehuldigt, der alles nährt, was da hungert, aus minuten einen tag und aus leere ein gefäß macht, dem man wein sein möchte.