Gemäuer

Rot Ecke Torstraße

Ich mag das ja, wenn und wie du mit mir flirtest, Berlin. Um die Ecke, unter der Hutkrempe, mit Eis in der Hand. Dir steht Gerüst wie mir Brille einst, Europalette sowieso und Rot! Wer könnte rot besser tragen als du.

Dass du mir selten in die Augen schaust, tant pis. Umso mehr genieße ich deinen Blick zwischen Straßenkante und Markise, den du um Laternen wickelst, als gäbs Laternen noch auf Gas.
Du trägst den Backstein nackt auf offener Straße, und wenn er bröckelt, dann bröckelt er, der Putz. Pathos? Bitte noch einen Löffel mindestens, dann schieb ich dich ‘ne Runde durch den Sommerabend und ja, du darfst den Drink auch to go, und das Handy auf den Tisch legen.

Stösschen, unisex und auf ex, my dear, schön wieder durch deine Straßen streifen zu dürfen, deinen Puls im Schritttempo zur Brust nehmend, Atmen, tief und fest, und das Raumgreifen für einen Moment ad acta. Sommerabend auf Pflasterstein, Rockzipfel auf Mückenstich, Schulterblick an Torstraßenschönheit.

Geliebte

London auf Abwegen

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Dankbarkeit war meine Sache nie, lachst du und weist die Stadt damit galant in eine Rolle, die sie sich nie selbst ausgesucht hätte, die ihr aber hervorragend steht. Blush du nur, London, lass deine hohen Wangenknochen leuchten!

Von wegen “Nur mal kurz …” Du bist mir eine zum Pferde stehlen und regelmässig auf Abwege geraten, auf deinen Straßen ist Müßiggang teuer und Rotkäppchen in sicherer Versuchung.

Deine Pfützen knietief wie eh und je, hast du mir ein Bett im Park bereitet, das deine Rockervergangenheit vibrieren ließ und Kaffee ans Bett statt to Go zur adäquaten Lösung erkor. Du ließest dir nicht bange machen und mich nicht müde werden, an deinen Lippen Farbkleckse ausfindig zu machen, die du beim Abschminken scheinbar übersehen hattest. Absicht?