Geliebte

wild II

Zwischen den Atemzügen ganz casual: ich,
nur Hand und Fuß und Hüftknochen, ein Bauchnabel
und zwei Lippen, ungeschminkt.

Halb Vorfreude, halb Ungeduld,
blinzelt was eben noch Muße
in Schenkel gekleidet jetzt Blick für Blick abtastend.

Blanchier dich geduldig in Stundenmilch,
minutenweise,
vanillesprenkelnd, auf der ersten Silbe betont.

Prämier dich in Wimpernkrokant,
zärtlich-bitter,
mit gelegentlichen Schauern.

Verkoste dich, blind,
den Verstand auf Halde
die Geschmacksknospen auf Blüte geeicht.

Verklausulier dich lächelnd,
deinen Geschmack noch in den Lippenwinkeln
stumm, wie die Vorfreude

Generika

wild

leise still sein und der wut die beine rasieren. wegducken wenn du dich schämst, frieren statt schlemmen. die angst einweichen und die zweifel ad acta legen. froh sein wenn einer fragt. fragt, warum das lächeln auch mittags um drei noch ausgestorben. klingelt, auf dass jemand die tür öffne, der gehen kann.

den schritt ins schlafzimmer wagen, nacktheit unterstellend. decken zurückschlagen und dich vor. barfuß eintreten, den mantel bis unters kinn zugeknöpft, auch wenn einer fehlt. das haar zur schleife gebunden, das linke ohr entblößt.

die schrammen sorgsam vorgezeichnet, die schulter entastet, die lende verzehrfertig: vier gänge automatik, die amuse gueule liegt heute auf eis. lasziv auch der blick an der gardine vorbei. halb acht schon und noch kein glockengeläut in sicht.