Gerda

Betaisodona sei Dank

1600 km Unsicherheit weniger 1 Pfund Spargel geteilt durch 7:28 h Langeweile – wir sind fast bereit für Pfingsten. Die Schulter merkt bei jeder Unebenheit beleidigt auf und plustert sich über Nacht zum waschechten Adrenalinbooster, dem gegenüber auch der 1111/2jährige Kastanienbaum ohne Chance bleibt. Trotzdem halten sich die vorwitzigsten Wimpernschläge tapfer am petrolfarbenen Treppengeländer fest. Sie ist fast blind, ich merke es bei der Teppichreinigung, die dringend anstand, weniger beim Skatabend interessanterweise. Der Rest ist Rauschen in lilablassblau, Endlosschlaufe Monte Carlos und Taubheit bis gegen Mittag.

Hildegard sorgt eisern für die humanistische Grundfeste, täglichen Eiweißdrink und einen Multivitaminsaft namens Bodyguard inklusive, das vermag dem allgegenwärtigen Sterben nicht das Wasser abzutragen, vermag das Grau nicht zu lichten – „Zum Genießen hier bitte rechts abbiegen“ – die Aufforderung des erdgeschössigen Cafés klingt nicht nur wie nackter Hohn: 3 Besuche sind mindestens einer zu wenig, die abschließende Umarmung bleibt aus, G. lächelt nur mehr im Schlaf.

Man tausche „aber“ gegen „oder“, „trotzdem“ gegen „stelldirvor“, träume Relativismus oder Tod und nehme den letzten Zug zurück in die Stadt. Der Finger ist wieder heil, Betaisodona sei Dank, die Stichsäge wanderte lauthals kommentiert samt Sägeblattset ins Handgepäck und das Eis mitohne Sahne, das gibt es nachher beim Italiener um die Ecke. Zum Trost.

Gesuche

One weekend a day

Der Woche einige Lidschläge zu lange ins Auge geschaut, ein paar Tränensäcke zu tief und zu hoch gestapelt, der Klinge den Schneid zu billig abgekauft und den Haaransatz zu tief in den Nacken geschoben. Mal wieder. Da blieb dann nur Keksebacken bis das Mehl sich vergeblich räusperte und der Zucker Fäden spann, bis Butter und Konsorten die weiße Fahne hißten und der Regen der Ofenwärme wich.
Und dann war auch plötzlich Wochenende, offensiv in Kaffeedüften leuchtend und den Rocksaum verführerisch aus dem linken Ärmel zaubernd. Rien ne va plus schnurrte der Wecker einige Stunden zu spät und sabberte einige fallen gelassene Jetons griesgrämig in die nur nachlässig gereinigten Aschenbecher. Hinfort waren Radioschnulzen, es galt die russische Seele zu bezirzen mit kaminroten Versprechen und schwarzem Rollkragenpullover, mit wippendem Schlüsselbein und lasziver Gürtelschnalle.

Morgen bitte nur Nachmittag und Morgendämmerung, eine Hand zum Tanze bittend, eine Unze Seligkeit, und das 24 Stunden am Stück.