Nach einer Nacht voll schmerzhafter Müdigkeit erinnert mich der morgendliche Schneefall betont subtil an die vorherrschende Jahreszeit. Der heutige Tag hat erstaunlich wenig Reizvolles in Petto, ich versuche ihn trotzdem brüderlich an der Hand zu nehmen – gemeinsam stark auch in Zeiten der Krise (das meistgehasste Wort 2009?!) und mit einem kohlehydratreichen Frühstück zu zelebrieren. Heimlich und wenig pietätvoll denke ich bereits an sein Ende, noch ehe ich vollständig erwacht wäre, träume bereits von der warmen Decke über meinen Schultern noch ehe ich den Büstenhalter für den Tag gewählt, und schließe die Vorhänge noch ehe die Sonne das Tageslicht erblickt hätte.
Listen unterschiedlichster Couleur harren meiner Bearbeitung, aber das Telefon macht einen auf besetzt, der Computer einen auf kurzgeschlossen und die Lust einen auf mehrwöchige Abwesenheit. Mir ist nach behäbiger Sinnlichkeit, sonnenbedeckten Schultern inklusive, nach kicherndem Bauchnabel und streichzartem Augenaufschlag. Mir ist nach zerwühltem Hotelbett, nach hingebungsvoller Muße, nach Erdbeeren und schmelzendem Schokoladeneis. Sofort!
