Gedanken

Unter Medusas Lächeln

Marmornen Fußes versucht Medusa mir gegen Ende des Morgens meine tägliche Portion verschwörerisches Lächeln durch die ungeputzten Scheiben zukommen zu lassen. Heute mangels solarbetriebener Mundwinkelkrümmung vergebens, dafür küsst ein Paar sich, Medusas Blick entzogen eine Häuserecke weiter weltvergessend. Prompt spürt mein rechtes Handgelenk den Willen der einzelnen Finger seiner Hand, die unwillkürlich nach fremder Haut tasten. Ihre Kontraktionen strahlen bis weit über den Ellbogen hinaus, kitzeln gar das Schulterblatt und den ihn umgebenden Schmerz wach.

Einen Schluck Kaffee später bereits, ist das Paar verschwunden und Medusa beehrt mich mit gönnerhafter, leicht spöttischer Aufmerksamkeit. Es träumt sich gut südwestlich ihres Wangenknochens und doch zieht es am Ende des Tages einen jeden und auch mich gar hastigen Schrittes in die nächste Gasse, Schutz zu suchen vor nicht nur ihrem Blick, und sei sie noch so schmal. Und mitunter wäre ich um eine Sonnenbrille, blickdichte Strümpfe und die Möglichkeiten einer lautlosen Gardinenstange dankbar.

Die lauwarme Tasse umklammert, zügle ich die Reichweite meines Augenlichtes, angepasst an die schlierigen Doppelglasscheiben. Auch mein Lächeln darf nurmehr bis zum Türknauf säuseln, jenseits liegt nun Sperrgebiet. Für heute zumindest gilt es, die Konzentration auf die Fingerspitzen zu richten und Medusa links liegen zu lassen. Im Regen stehen. Eiskalt. Ungeküsst. Spoliencharme hin oder her, ich habe zu tun.

Gerede

B-sides

Monsieur pheerce gehört zum auserwählten Kreise derer die mein Blog kennen. Und er hat bereits seit langer, langer Zeit was gut bei mir. Daher darf er auch mal näher nachfragen:

Zufälligerweise mag ich British Columbia, Bananen, Bratkartoffeln und Bassgitarren besonders gern. Birnen meist lieber als Äpfel und wenn Äpfel, dann vorzugsweise Exemplare der B-Sorten wie Braeburn oder Boskop.

Ich ziehe Butter jeder Margarine vor und wähle in Restaurants mein Gericht häufig nach der Beilage aus, nicht etwa nach der von der Beilage begleiteten Fleisch- oder Fischspezialität.

Ganz zufällig fällt Bitten mir ziemlich schwer, vor allem um Gefälligkeiten, auch aber um Rückgabe von Verliehenem beispielsweise.

Bienenstich ist der Lieblingskuchen meiner Mutter, die Bratsche spielt und deren Vorname mit B beginnt.

Ich behaupte, mehr Bauch als Busen zu haben, weder Bart noch Brusthaar, und noch alle Bandscheiben in Reih und Glied.

Wie es der Zufall wollte habe ich vor noch längerer Zeit, damals, als es dieses Blog noch gar nicht gab, als ich Herrn pheerce noch gar nicht kannte, was ich jetzt übrigens leider immer noch nicht wirklich behaupten kann, einem Blogger, dessen Blogname mit B beginnt, beim Wiederauffinden eines Gedichtes von Bukowski geholfen.

Zufall oder nicht, wohne ich in einer B-Straße in einer B-Stadt in einem B-Bundesland.

Und schließlich, wer hätte es gedacht, sind Bücher und insbesondere Bilderbücher eine Droge, deren Anziehungskraft ich mich nur schwer entziehen kann.