Gestern

Nachtruhe war vorgestern

Zwischen den oberen Schenkelhälften ein Land, zweimal so groß wie Ägypten und doppelt so heiß gepresst, im Bauchnabel entsprechend 3 Kugeln Cassis-Eis gebunkert (nebenbei: Eine Kugel Schokolade geht schwerstens, eine Kugel Cassis dagegen wunderbar). Der restliche Raum fällt an die Wut, die wie so oft lästige Falten wirft. Ergebnis: achterne Cellulite und ein Pferdegebiss, das sich meines nur auf dem Papier existierenden Ohrläppchens angenommen hat, man möchte sagen zutzelnd.

Unter deinen verreisten Handballen ein Lebenszeichen ausgemacht, zaghaft lüstern wie die Spree nach 22.30 Uhr oder der Rhein um viertel nach vier. Spontan den Lebertran eingesargt, unmissverständlich doppelt verzwirnt, dadurch ohne jede Chance auf Karmaveränderung. Kurz vor dem salzumlagerten Fingernagel deines rechten Daumens endlich die seit letztem Wochenende vermisst gemeldete Haarschleife aufgespürt und unverhofft dankbar ins mäandernde Dunkel jenseits des Ellbogens geblinzelt.

Dem Auge rechts und links der Nasenfalte einen Abend zwischen den Seiten gegönnt und nicht eine Zeile bereut. Dem Harndrang immer wieder ein Schnippchen geschlagen – Gewichtsverlagerung etc. pepe, man kennt die Tricks – und dem Rußfilter Toleranzen jenseits von Gut und Böse zugemutet. Abschminken ist bei Gott nicht alles und frische Bettwäsche ein Luxus wie gemacht für Dienstagmorgen. Finger und Zehen abgenommen, geschworen, sie nicht vor Mitternacht wieder anzusetzen und erst noch verschlafen.

2 Gedanken zu „Nachtruhe war vorgestern“

  1. Ole sagt:

    Sie zu tauschen, hat zuweilen auch sehr überraschende Effekte. 🙂

    Herrlicher Text, abermals!

  2. kopffuessler sagt:

    Erfahrungberichte aus dem hohen Norden sind immer gern gesehen, Ole!

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