Gelage

Himmel, halt Abstand!

Ach, wenn doch schon oder vielleicht doch wenn lieber nie und wenn du und er endlich, aber endlich heisst ja immer auch Ungeduld. Dulden, was unter dem Radar zumeist, auf den letzten Metern deutlich wird. Die zarte Eile, die du unterm Rock trägst, nicht in den Fingerspitzen. Die ruhen sanft zwischen ERT und OPÜ, immer bereit den nächsten Konsonanten willkommen zu heißen und zwischen zwei Vokale zu betten. Auf dass ein Wort sich bilde, dass du aussprechen mögen würdest. Oder doch zumindest niederschreiben. Auf Papier wagen. Ins Weisse schicken.

Ins Weisse, dahin, wo Kontrast droht, denn sie selbst sind zumeist obgleich zarte Wesen dunkelst in Gestalt. Ganz anders du: Licht auf den Lippen gleitest du durch den schlüpfrigen Alltag und nicht selten wünsch ich dir mindestens die Hälfte meiner Verlegenheit ans Bein. Verlegenheit, die du abschütteln würdest, wie diesen nicht gehen wollenden Winter, der uns alle in die Knie zwingt, nur du und deine Sieben-Sorgen-Stiefel stapfen behend eine Saison weiter und kredenzen das Frühjahr an offenem Fenster mit Schaumkronen im Haar.

Sehnsucht, hab Acht, du könntest ein Ohr finden, schaumumkränzt möglicherweise aber blanchette deluxe am Hamburger Bahnhof. Hof haltend standen wir Schlange im letzten Wintergetümmel, die Hipster waren Zeuge wie wir Rosefeldt buchstabierten und später dann Cate verfielen, wie sie Müll schichtete und Stullen Feder führen ließ, Berlin war Groupie und Pflaster zugleich. Pflaster für alle Wunden auch, die dein Lächeln zwar zu stillen, aber nicht zu haschen vermochte. Himmel, halt Abstand, wir üben noch!

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