Gelüste

Samstag im Spiegel

Es ist Samstag, weiss der Spiegel, er erkennt es am Kleid. Das Kleid mit den gestickten Komplimenten am Saum, die du unreif pflückst, noch knackig, wie ich sie liebe. Und mit diesem bitterem Kern, den nur ich schmecke und kichernd ausspucken werde, du ahnst es.

Contenance, warnt dein Blick bereits unter den sorgfältig auf Krawall gebürsteten Wimpern, die weit mehr im Schilde führen als die schlagartige Beendigung von Augenblicken, die Ruß anziehen und die Ruhe aus. Ich ziehe den Telefonjoker und bitte um den nächsten Tanz statt Nüsschen und Rosinen, bitte nichts, was den Salzgeschmack deiner Lippen auf Abwege bringen würde, lieber Nähe pur und ohne Eis.

Lass meine Hand dein Schulterblatt entdecken, vier Finger vertikal und den Daumen nur der Vollständigkeit halber oben anlehnen. Die Geste zählt fast so viel wie der Moment danach, als dein Knie einwilligend auf Tuchfühlung geht. Am Nachbartisch wird gezahlt, du liebäugelst spontan mit dem Negroni an der Bar, auch um dem Spiegel ein weiteres Bild zu ermöglichen und die Bestätigung für mindestens einen weiteren Tag Wochenende abzugreifen: Gönn dir!

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