Gegenwart

Newtons nackte Frauen

Newtons nackte Frauen an den Wänden, im Glas vor uns den herbsten Gin des Hauses und am Nachbartisch eine Schale Erdnüsse. Der Sommer hatte schon bessere Tage, das Fußballspiel ist uns beiden einerlei und du lächelst. Lächelst, als ich den Gendarmenmarkt überquere, 10 Minuten zu spät, als ich deinen Blick auffange und auf die Zielgerade einbiege.

Der Abend gehört uns, sagt dein Blick, als ich mich neben dich setze, dein Lächeln im rechten Mundwinkel fügt fragend die Nacht hinzu. Mein Hallo aber gehört dem Augenblick, der Macht dieser einen Sekunde, die prall gefüllt mit Wiedersehensfreude, Neugier und Nähe mit der blankgeputzten Tischplatte um die Wette strahlt und weder Zukunft noch Vergangenheit neben sich duldet.

So prall, dass Worte ersteinmal keinen Platz finden an unserem Tisch, wir halten es mit Blicken fest dieses Momentchen, dass uns beschert wurde und ich muss mich daran erinnern, ein- und wieder auszuatmen. So hat dein Duft eine Chance, mich zu begrüßen auf seine Art: zurückhaltend, herb, Komplize der stillen Stunden und Nachtschichten, wie ich den vermisst hatte! Ich mag deinen Duft, raunst du prompt, und eröffnest die nächste Schnupperstunde.

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