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Spree & Seide

Die Bar | © Anne Seubert

Im Schatten des Sonntags ausufernd verweilenden Wassers ruht, was die Woche übrig ließ in dir: Gedanken aus 1000 und einer Nacht, noch ungekämmt aber mit dem Strahlen der sieben Weltwunder zwischen den Wimpern blinzelnd. Das große Ganze und den Klingelbeutel mit Ungemach und Unverdorbenem, den Hut auch mit den übriggebliebenen Münzen und einer Krempe voller Schmauchspuren. Der Strand nimmt gelassen, was kommt, raunt Runen in Treibholzbestände vom vergangenen Winter und putzt sich wie immer erst nach der Flut die sandgeschmirgelten Zähne.

Spree, rufst du, und ich Park und schon sitzen wir unter einer Sonne, die teilen kann statt nur zu strahlen, die gar ein paar Tränen austeilt, wenn das Wasser mal wieder knapp und der Salzstein ausgeleckt. Du möchtest ein Schiff sein mit sieben Segeln, breit wie die Hüfte um Mitternacht und weit wie der Weg zwischen meinen Brauenbögen bis zum anderen Ufer, an dem du sitzt und ich höchstens zwischenlande, ohne Gepäck und doppelten Boden, dafür mit einem Transferticket an die Seidenstrasse.

Um meine Schultern trage ich den Morgen, der uns verführen darf, der uns den Tag serviert, der uns das Wasser bis zum Hals reicht, über den offenen Kragen schwappend bis an die sich ebenfalls öffnenden Lippen und darüber hinaus, bis wir schwimmen, tauchen, untergehen in einem Kuss mit seidenem Schweif, Streicheleinheiten im Doppel-S schmuggelnd, von denen keiner ahnte, von denen also keiner etwas erwartet, von denen keiner genug bekommen kann: nicht du, weder Schatten noch Morgen, auch nicht das Wasser und seine 1000 und eine Welle, die sich dir handbreit unters Revers gesteppt haben, bereit zu fließen, wenn du sie lässt.

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