Gelage

Flügel, Braue, Stille

Und dann gibt es diese 17-Tage-Wochen, in denen sich die Nächte, gegen Ende klamm geworden, Träume tauschen und der Wecker Insolvenz anmeldet: So langsam seien alle Zeiten aus, alle Alarme gestellt, alle Zeiger auf Nordost. Du weisst längst nicht mehr alles, geschweige denn warum, die Türen öffneten sich so schnell, dass das Lächeln mitunter für zwei reichen musste und dann wird es eben die Blumenverkäuferin, die das Lächeln, das Trinkgeld, die guten Wünsche und den Duft bekommt, den du zwischen den Wimpern aufgelegt hattest.

Und dann kommt dieser Moment, in dem du auf den nächsten Absatz sinkst, gepolstert oder nicht, und zu fließen beginnst. Die Anspannung reicht bis auf Gründe, die nichtmal du dir ausdenken könntest, so tief, so verlassen, so unterkühlt, und erst als die Schultern die Ohren langsam wieder frei geben, wirst du gewahr, wer dir alles zur Seite stand und dich trug. Wer für dich sang.

Und zwischen Erschöpfung und Halleluja macht sich eine Unschuld breit, legt den Sturm kurzerhand aufs Kreuz und sich behutsamst ihre Flügelchen wieder an, als ob nichts gewesen wäre, und schließt dir die Augen. So viel Strömung war schon lange nicht mehr, so viel Land, so viele Schnellen. Ich halte die Wimpern still, die Brauenflügel dicht am Körper und atme nach innen: Aus. Ein. Auf.

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