Gelüste

durch und durch

durchbrechen, endlich, die decke, das muster, den glaubenssatz, das vaterunser im himmel und unter der erde, und der weisheit letzten schlüsse ein angebot unterbreiten, das sie nicht abzulehnen wagen. der angst eine brücke bauen, die trägt, sie und all ihre anverwandten beklemmungen und besorgnisse, unruhen und unsicherheiten, zweifel und zwietracht säenden und furcht und fegefeuer im unterrock einführen wollenden. all jenen und uns einen wald pflanzen, keinen garten, keine liegewiese, einen eigenständigen und im besten sinne widerborstigen Wald, in den sich zurückziehen, bäume umarmen, und atmen lässt. ein und aus und immer und immer wieder das grün der hoffnung in die lungenflügel flößen, auf dass noch der schwerstwiegende körper sich erhebe, um, you know, from a distance.

aufbrechen, die schuld, das schloss, das wild, den siegel, und das konstrukt, das du uns um den hals gelegt hattest, wie ein joch, das zwar zähmt und den karren aus dem dreck kommen lässt, aber auch jede zärtlichkeit im keim erstickt und das lächeln erst gar nicht fahrt aufnehmen lässt, denn wer würde lächeln wollen, während das joch den eigenen nacken schmerzhaft unter wasser hält, was sag ich, dich, uns, im sumpf der tausend fragen, die keine antwort wollen, nur schwächen. zurück im bett weckt der kaffee zwar die erinnerung an den morgen in paris, aber aufbruch bleibt tagesziel und call to action zugleich für alle, die unter der decke nicht nur die füße zusammenstecken, sondern die taschenlampe griffbereit und das schweizer taschenmesser parat, dessen pinzette auch noch den winzigsten stachel ad acta zu legen vermag.

ausbrechen schließlich aus allem, was frucht sein möchte, aber eigentlich nurmehr stein, was seit jahr und tag die garderobe kleidet, ohne je den kleiderbügel verlassen zu haben, was offiziell obdach anbietet und doch nur das licht mindert, was ruhe vorschlägt und aufmerksamkeit entführt, was wertschätzung auf dem t-shirt stehen hat, aber auch nur da. anbrechen, was wie brot dir nahrung und mir heimat, der butter ein komplize und dem käse geschmacksträger und komplementärkontrast zugleich, anbrechen den tag auch, der sich da gerade anschickt einer dieser tage zu werden, die kein datum in den geschichtsbüchern besitzen, aber allemal das zeug, schon vor dem abend gelobt zu werden. schreibst du den soundtrack?