Gegenwart

wenn ich auf montage

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nicht das, was du denkst, nicht das, was du nicht auszusprechen wagst, nicht das, was du fürchtest, auch nicht das, was dich wachhält, nein, das, was dich morgens als erstes an mich denken lässt, das wüsste ich gern, wobei das unvollständig formuliert ist: das hätte ich gern von dir zum kaffee im bett in dieser stimme erzählt, die mich dir alles glauben lässt, tief wurzelnd in der überzeugung, dass schönheit und wahrheit verdammt dicht beieinander liegen, und dicht bei mir, die ich zunehmend der meinung bin, die beiden haben etwas miteinander, einiges sogar, wenn nicht sogar vieles, schnittmenge nennt man das landläufig, aber das klingt für mich zu sehr nach schnittkäse, ich bin eher auf see unterwegs, da sind die beiden vielleicht ebbe und flut und teilen sich einen strand, mal die eine im strandkorb, mal die andere, und dann wieder händchenhaltend, oder wild gestikulierend sich fetzend über irgendein winziges detail über den großzügig angelegten strand stürmend, bevor der versöhnungssex in einer der buchten überhandnimmt, die beiden mit verve, spielfreude und wollust nachdrücklichst vereinend, wenn auch nur für momente, aber ich schweife ab, entschuldige bitte, oder besser nicht, entschuldige nicht, sondern halte dem punkt die stange, auf den ich kommen wollte und auf dem du bereits mit einer antwort auf meine vorhin gestellte frage wartest, die du, anders als ich, ohne zu zögern auspacken möchtest, die schleife löst du bereits, siehst du doch darin eine möglichkeit, etwas zu erzählen, das dich mir näher bringt und damit uns grösser werden lässt, insofern lass mich nur noch kurz die augen schließen, die decke zurückschlagen und den moment auf die bühne holen: morgens, noch nicht ganz wach, die augen also quasi noch geschlossen, deine wärme näher zu mir ziehend, deine stimme am ohr. wie ist das wenn ich auf montage, aber deine gedanken bei mir, sag?

Gegenwart

Bei Einbruch der Dunkelheit

Flamingos

Bei Einbruch der Dunkelheit steht der See Schmiere und der Flamingo auf einem Bein. Spielen oder Tanzen, fragst du noch, da steht der Satz schon dem Zeichen im Nacken, den ich kraule, allem Wasser zum Trotz, das dort vom Himmel fällt, wo ich landen möchte: in deinem Blick, den du ruhen lässt, und schweifen, nur nicht zu weit, es könnte ihm ja gefallen, aber gegessen wird zu Hause, und davon gibt es nur eins, sagt zumindest Ikea, und die können zwar nur blau und gelb, aber wer will schon rosa, ausser den Flamingos natürlich.

Schwimmen ist aus, versucht es dein Humor auf die leichte Schulter zu nehmen, und den See ernst. Mein Zeh hat andere Pläne und mein linkes Hüftbein bereits gepackt: Strand sei so 80er, heute tauche man tief und apnoe, und wenn ich extra Luft bräuchte, gäbe man mir auch die Flasche. Es zeigt sich sehr wohl, dass ich Anfängerin und der Atem immer wieder knapp, dabei war die Luft in ihrem Element und ich dir noch nichtmal nahe gekommen, gerade mal eine erste Runde lag hinter uns und die nichtmal auf’s Haus.

Umziehen kam trotzdem nicht in Frage, du schriebst was von Abseits auf die gelbe Karte und ich zog Rot weder an noch aus, wozu gibt es Knöpfe und Sonnenuntergang und Wein, wenn man auch auf dem Trockenen sitzen kann und es ist dunkel und der See kommt und kommt nicht aus dem Knick, bis ich ihm Eselsohr auf Italienisch beibringe und ein Veto einlege, das sich verspäten wollte, aber dann doch noch einwählte: Can you hear me ok?