Gelage

Ausschreitungen

Subkutan duellierende Schattenrisse täuschen Verbindlichkeit vor. Ob der gleißenden Schwertspitzen schließt man die Augen. Die Wimpern fungieren als Sensoren, tastend in die Außenwelt getaucht. Der Blick aber weist epileptiform inwärts. Kriegsreporter unsichtbarer Gefechte, unverschleiert und wachsam, Blutbahnen folgend, Nervenstränge nutzend. Schwäche für Schwäche wird sorgsam filettiert, blanchiert und verzehrt.

Jede Pore eine Einstiegsluke in diese Unterwelt, in der um einzelne Erythrozyten gefeilscht wird. Exsudate unterschiedlichster Rotfärbung zeugen von den Grabenkämpfen die jeden Eintritt küren. Nadelspitzen helfen, garantieren aber keinen Erfolg. Eiterblasen manifestieren das Versagen an der Oberfläche, Schmerz gibt das Signal nach innen. Gekämpft wird blind, mit besudelter Weste und vornehmlich ohne Ziel.

Ist der Einstieg gelungen, wird aus der Stille Lärm. Niederlagen sammeln sich jenseits der allseits bekannten Meetingpoints, gesiegt wird schon lange nicht mehr. Dämme brechen röchelnd und das Immunsystem glänzt ratschlagend durch vornehme Zurückhaltung. Der Ausstieg wird durch komplexe Antragsformulare weitgehend unmöglich gemacht. Silberblicke aus verstopften Poren verzerren das selten erhaschte Tageslicht ins Ultra-Violette.

Gelage

Rapport in Farbe

Gelb gegessen bis das Bauchfell spannte. Die Augen tröpfchenweise geöffnet bekommen. Zwei Plastiktüten jovialer Ratschläge reicher, drei Lächeln ärmer den Raum verlassen. Eingeschlossen. Vergeblich, aber hartnäckig versucht, der Raufasertapete die Pickel auszudrücken. Hinter getöntem Plexiglas den Weg zurück ins Freie entlang gestolpert. An der ersten Ampel gescheitert an den Masten gelehnt. Weder rot noch grün waren zu erkennen.

Zwei Tafeln Schokolade später Teile des Gelbs endlich erbrochen. Trotzig die Wimpern türkis getuscht. Die temporäre Sonnenlichtallergie als Ausrede für geschlossene Lider genutzt und die jungfräuliche To-Do-List über den Tellerrand geschubst. Grollende Tränen mit der Hand gefangen und lebendig geröstet. Heiß und fettig aus der Pfanne gefischt, verspeist und kauend den Unwetterwarnungen gelauscht.

Das Grau dankbar willkommen geheißen und die Haut dem Regen dargeboten. Dem Druck der Schädeldecke mit Hutproben entgegengetreten. Unter der großzügigen Krempe des dunkelblauen schließlich ein Blinzeln gewagt. Die auf diese Chance nur wartenden gelben Blitze in den türkisen Wimpern gefangen. Den entstehenden Ruß als Kajalersatz für den geplanten finalen Augenaufschlag genutzt. Schwarz in das mittlerweile grünliche Gelb gemischt und die Hände zumindest ansatzweise gewaschen.