Gelüste

wild II

Zwischen den Atemzügen ganz casual: ich
nur Hand und Fuß und Hüftknochen, ein Bauchnabel
und zwei Lippen, ungeschminkt.

Halb Vorfreude, halb Ungeduld,
blinzelt was eben noch Muße
in Schenkel gekleidet jetzt: ein Du im Blick

Blanchier dich geduldig in Milch und Spucke,
fast butternd geschlagen, aber dann doch lieber
vanillende Blitze werfend,

Prämier dich in Wimpernkrokant: ich
zärtlich wie bitter, auf der ersten Silbe betont
gelegentlichen Schauern, Blöße gebend.

Verkoste dich, blind,
den Verstand auf Halde
die Geschmacksknospen auf Blüte geeicht.

Verklausulier dich lächelnd,
deinen Geschmack noch in den Lippenwinkeln
stumm, wie die spontan adoptierte Vorfreude

Gelüste

Tatort Blickwurfachse

Schmieg mich in deinen Blick
wochenends
wenn alle Überstunden schlafen
nur du nicht denn du
schminkst dich bereits für die kommende Woche.

Blanko. Komme was wolle.

Montags immerhin noch Kaffee zu zweit,
dienstags nur mehr der Schlag Wasser ins Gesicht,
mittwochs dann Bergfest,
raunst du in den Hörer nahe am Kinn gehalten
zwischen Faltenwurfkissen und R.E.M.
Und ich erwidere, einmal Träumen Togo und Patagonien und
zweimal das Frühstück im Grünen auf den Sonntag, please!

Voll Vorfreude hernach die Stunden am Gate:

Auf diesen Blick, der mir Heimat zwischen den Worten wird,
auf die Stunden fernab von Kleidchen und Smalltalk,
auf das Flüstern nach Mitternacht,
auf Bratäpfel bei Schneesturm und Aussicht auf die nächste Landung!