Gestik

Feuerländer, Windsandale

Ich lebe in ihm, lebe und liebte, lärmte, lebertrante. Leumund, lebenslustiger, ich languste Dich! Möchte Bild sein, in ihm, bergseebebilderndes bambusberahmtes Burgfräulein-Bindfaden-Mosaik. Orchesterbeprobt, schallmauernerrichtend weiß die Muschel meines Ohres von seinen Meersalzen, ohne ihn auch nur je atmen gehört zu haben. Das Kruzifix, unterm Bauchnabel brandschutzgeprägt, hisst die Poren, das Schamhaar leuchtet mitten im März: Indian Summer!

Ich rolle das R wie Jahre nicht mehr und weiß um seine unzureichende Qualität – es gibt Töne und Töne und meine gehören nicht dazu. Selbst die Lautsprecher verstummen, erhebe ich die Stimme, er ist längst geflüchtet. Der Einzige sein, der seine Sprache noch spricht, auch nur mehr versteht, muss seltsam berühren, ohnmächtige Konsonantenalleen, ungenossen, unbefahren, unerkannt. Das U im X strikt meidend, spricht er unsere Sprache, immer als spräche er sie zum allerersten Mal, Silbe für Silbe entjungfernd.

Das Er im ich scheint ubiquitär, jetzt wo die U-Bahn still steht und der Bus nichteinmal mehr erwartet wird. Ich möchte ein Kanunomade sein, Windsandale, Feuermelder. Feuerrot jedoch nie, dann lieber matt violett, kartoffelschalenbraun, ja nüchterne Erde am liebsten, Patagonien pur. Pigment. Lass mich dein Erdhörnchen sein.

Gestik

Burgund

Bis gestern hätte er Willibald geheißen, da war ich mir sicher gewesen. Und bin es noch. Willibald und dann vielleicht, also eventuell ein, zwei Jahre später, eine Zoe. Auf keinen Fall umgekehrt und ganz sicher noch nicht jetzt. Vielleicht auch nie. Aber wenn, dann jedenfalls Willibald. Der Einzige. Der Meine. Der Letzte. Nun aber: Burgund. Ohne Alles.

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In dieser Stadt, die auch mir: Wohlfühlort. Auch mir: Ungetüm. Auch mir: Klette. Was wäre da ein Baum, ein nicht gepflanzter, ein gewachsener, erfahrener, in seinen moosigen Bart grummelnder Baum. Ein Himmel, von Bergen begrenzt nicht von kantigen Giebeln, ein Echo, schluchtenweitend.

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Lebensliniengeflüster am Rockzipfel des Nie-wieder
du wirfst mir gelbe Sterne in den Schoß
und weinst mir einen Ozean

Ich aber ertrinke nicht in deinem Meer
mein Schoß wird nicht zum leuchtenden Mond
sondern bleibt Venus die Unvollendete

Und meine Vitalis visioniert unentwegt
ihre ureigenste Apokalypse
handwurzelgeboren, burgund