Gelüste

Upside down

Das Blau hat sich ein gelb wellendes Meer unter den ausladenden Wolkenhintern gelegt, bereit, es gegen alle Göttinnen, Argumente und die Logik zu verteidigen.

Das Gelb trägt die Ähren offen, Dresscode Sturmfrisur, im Ohr Komplimente des Küstenchors, der weiß, was der Wind tragen kann.

Am Horizont wartet einer mit offenen Armen und einer Lochkamera auf das Bild und seine Farben, die sich übermütig die Kante geben, mal über, mal unter dem Meeresspiegel.

Gegenwart

Puste, Blume!

Horizont | © Anne Seubert

Zwischen Himmel und Erde
eine Linie ziehen
so zart, kein Sturm wagte, sie zum Zittern zu bringen,
kein Meer sie zu kreuzen

Horizont nennst du sie
und setzt einen Baum ihr zu Füßen
der hält, was du zu Papier bringst,
auf seinem Blatt,
und die Stellung,
bis der Sturm die Kurve kriegt,
und du es hin, und raus, und

Puste, Blume, puste!
das Weite wird gesucht,
ist alles andere als gefunden, ist tief und leer, und diese Leere hat vorerst eine Stelle frei.