Gelüste

Dein Ja hat Pfützen gebildet

Shetland Ponies & Arts | © Anne Seubert

Dein Ja hat Pfützen gebildet,
die Stadt spiegelt sich darin,
mittenmang und vorschriftsmässig gut gelaunt: du,
und Haus an Haus,
und ein kleiner Schritt von mir macht das Bild zerspringen
und mich nass

Deinen Blick stört das wenig,
aus 100 Meter Entfernung erkennst du:
die Stürme, die mich trafen,
ließen meine Segel leer –
schreibt Mascha,
und bringt mich auf den Punkt

Du schmeckst nach je länger je lieber,
die Zeit, die der Aufzug verlangt, reicht
hinten und vorne nicht, selbst als
dein Tischnachbar weiß, was ich von ihm denke und
daraus schliesst, der Schnaps hier sei gut
küsse ich dich noch nicht lange genug.

Gemäuer

Ich lege dir das Wort auf

 

… lass mich dich trösten
so wie man ein Kind …
Mascha Kaléko, Weil deine Augen so voll Trauer sind

 

Ich öffne die Tür, obwohl
du gar nicht geklingelt hast,
ich schenk dir Glauben
und ein weiteres Viertel ein,
das, in dem ich gern mit dir wohnen möchte

Ich schenke dir mein Herz,
mehr hab ich nicht, weiss Züri West, im Radio, touché,
und Vertrauen, von dem, welches ich über Bande gespielt hatte,
ich schliesse dich ein
und aus dem Leben, das mich ohne dich älter werden lässt,
auch wenn du das verneinst

Ich halte dir die Stange, die Türe auf,
und dich für wunderbar, immer schon
Wunderbar, die Bar übrigens, in der ich am liebsten mit dir versacke;
vielleicht bilde ich mir das aber auch nur ein,
und dann bist du der Letzte, der es mir wieder ausredet.

Ich lege dir das Wort auf,
auf die Zunge und zu Füßen,
und wie den Schlüssel unter den Blumentopf,
von dem ich weiss, dass du zuerst nachschauen wirst

Ich setze dir das Komma auf den Schoss,
auf diese eine helle Stelle, in der sich das Licht tummelte,
als ich einmal kurz die Augen schloss und der Vorhang verrutschte,
den du wie immer sorgsam zugezogen hattest,
auf dass keiner,
der nicht du oder ich
unangemeldet vorbeischneien würde:
Unser Sommer fängt schließlich gerade erst an.