Gegenwart

90-60-90 Punkt. Landung. Brücke

Du fällst auf, nicht nur mir,
eindrücklich gebaut, offene Arme, Substanz mit Bodenhaftung –
Anmut, fast Grazie, ich nenne es Punktlandung.

Du trägst das Haar offen,
fein gezeichnete Silhouette, wilder Scheitelzug,
Körperspannung bis in den nackten Zeh, den du kokett silbern lackiert hast.

Du lachst im Gehen und doch immer auf Augenhöhe
nie über immer mit mir. Über uns auch. Am Ende vor allem.
Du springst über Zeilen, öffnest Klammern, fließt.

Sei Fluß mir. Delta. Charly? Delta! Sei armbreit offen und über alle Wipfel geborgen.
Sei felsenfest zart bis in die Haarspitzen und bis über beide Ohren unter Wasser, weil da das Küssen salziger schmeckt.
Sei Raum und Rate, Rigips und Rahmen, Tür und Tante Emma Laden, sei mir.

Gemäuer

Gespräch unter Ängsten

Die Angst absetzen, Bedarfshaltestelle sei dank, und die Schulter kreisen lassen. Vorwärts fünf, rückwärts sechs Kreise weit und dann ausatmen und die Fingerspitzen nach innen drehen.

Der Angst Hausverbot erteilen, für heute, morgen und das Wochenende und ihr gleich auch das Taschengeld kürzen. Soll sie sich doch was dazu verdienen, aber auf meine Kosten lebt sich’s nicht mehr.

Die Angst ins Schaufenster stellen, Blick Richtung Bauchnabel und um die Hüften einen Schwung Stoff aus der letzten Saison. So fühlt sich das nämlich an, out zu sein und auf dem Präsentierteller ausgestellt um angestarrt zu werden.

Schließlich die Angst backstage nehmen auf ein Bier und einen Zug von deiner Kippe. Ihr ein Bad einlassen. Wir haben ganz schön Federn gelassen über die Jahre, Zeit für ein neues Kleid und ein Gespräch unter uns.