Gelüste

Jungfuchsdämmerung

Engel würden Vokuhila tragen | © Anne Seubert

deine fährte aufnehmen
deiner tatze die eine wange hinhalten
und die andere auch
deine hutschnur hochgehen und
alle felle davonschwimmen lassen
bloß dich bergen vor aller erden blick
dir himmel und herz aufgehen lassen

anschleichen

der dämmerung einheizen und
wolke für wolke deine blöße bedecken
deiner wunden gewahr werdend alle hände auflegen
deinen nacken kraulen
den muskeln unter das fell folgen
stille dir einflößen, subkutan und
unwiderstehliche fallen dir stellen, mond voran

anschmiegen

den bau dir bucht werden lassen
anker das licht, dem dein rücken die wand,
sich anzulehnen zwischen den schatten, die da fallen wo dein schritt spuren hinterließ

deinen blick finden und im einfallswinkel der pupillen
dir den milchschaum um den roten bart streichen
schliesslich dich einbuchten, mit blick auf den mond und zurück.

Gelage

A little less absence please, a little more intimacy!

Please welcome, Steve Mcqueen | © Anne Seubert

Und dann hat sich mein Absatz in sich gekehrt, hat noch vor der Treppe kehrt gemacht, sich die Schuhe ausgezogen, ausziehen lassen, ohne dass ich was hätte sagen müssen und barfuß die Bühne betreten. Zwei Schritte vor, ihr wisst schon und dann doch um die eigene Achse und prompt das Spielbein nicht über Los sondern auf das Geländer gelegt. Streckbank war gestern und Halt ist ja immer eine Frage der Perspektive, Stand die Antwort, die nur das Ego findet und Stillstand nichts für Frauen auf hohen Absätzen und glückseligen Hüften.

Mein Absatz aber lügt sich noch ins Fäustchen, dreht eine Viertelrunde und weiß doch längst, dass ein Schritt folgen muss, auch wenn er noch so hoch auf Fersengeld gepokert hatte. Ein Schritt ist einer, der gegangen werden will, einer, der Land gut und Ferne erreichbar macht. Einer, der Nähe auflöst und um Längen ringt, als wären sieben Meilen eine Größe mit der man Eindruck schinden könne in einer Welt, in der Distanzen zur Floskel verkommen und Weltreisen zum guten Ton gehören. Wie auch immer der klingen mag.

Einen hat mein Absatz stets in petto, einen der Luft holt und perlt und warmen Regen wagt, wenn auch erst in der Stille nach dem Ton, die sich dann zu sprechen traut, wenn alle längst über Bord oder doch zumindest mit Blick auf das Land jottwedeh! Einen Halt, der Hände hat, zwei davon und Arme, die sich auf Hüften die Ruhe vor dem Sturm gönnen. Und auch die danach. Die Gänsehaut bekommen beim ersten und Hornhaut beim letzten Schritt, die mitgehen, wenn du tanzt und innehalten wenn Haut spürbar wird.

So wird ein Schuh draus, my dear, der, keinen Absatz sein eigen, die Schultern bloß, die Hüften blank, alle Treppen mit dir beschreitet, auch wenn Escher seine Hände im Spiel.