Gegenwart, Stadtrand

In der Umkleide der Zukunft

Globe Theater Berlin 2021 | Es lebe Europa!

Ist in der Umkleide der Zukunft ein Spiegel vorhanden?
Wieviele Teile darf sie zum Anprobieren mitnehmen?
Wie gut kennt sie ihre Maße?

Shoegaze at Globe Theater Berlin 2021 | © Anne Seubert

Geht eine Zukunft gerne shoppen und wenn ja mit wem?
Geht sie mit der Saison oder eher nach dem Preis?
Trägt sie Absatz, und wenn ja wie hoch? 

Shoegaze at Globe Theater Berlin 2021 | © Anne Seubert

Wie oft sortiert die Zukunft aus?
Lässt sie auch mal was liegen?

Shoegaze at Globe Theater Berlin 2021 | © Anne Seubert

Welche Argumente lässt die Zukunft gelten?
Zeigt sie gern Bein oder lieber Dekolleté?
Besitzt sie eine Übergangsjacke?

Shoegaze at Globe Theater Berlin 2021 | © Anne Seubert

Spannend, der Zukunft Zeit-, Leer- und Umkleideräume zu kredenzen und nochmal reinzublättern in ihre, in die Vergangenheit der Zukunft, die ja durchaus eine bewegte war. Veränderung könnte ja sowohl Ausweitung als Reduktion bedeuten. Was also gilt es in den Fokus zu nehmen. Welche Frage(n) zu stellen?

Shoegaze at Globe Theater Berlin 2021 | © Anne Seubert

Wir beschließen, nährenden Kontext in Form von Ressourcen und Proviant bereitzustellen, keine Funktionsnahrung allerdings, sondern eher eine gute Mischung aus Stulle und Nervennahrung, und auch den richtigen Soundtrack für die Fahrt wollte ich noch ergänzt haben.

Shoegaze at Globe Theater Berlin 2021 | © Anne Seubert

Weiß die Zukunft auch nur ansatzweise, was sie erwartet?
Ist sie auch mal müde und erschöpft und wo nimmt sie dann Platz?
Gibt es einen Backstage-Bereich und wer darf da rein?

Shoegaze at Globe Theater Berlin 2021 | © Anne Seubert

In der Umkleide der Zukunft, so scheint es, liegt noch so manches im Argen. Viel Raum aber für Nichts, und für alles andere, das Abgelegte und das noch nicht probierte zumindest ein Garderoben-Haken frei. Davor ein Ringen um Zuschauerplätze, ein Heer Paparazzi in Stellung, ein Spiegel, der sich um sich selber dreht und eine Sonne, die nur für die Zukunft scheint. Egal, was sie trägt!

 

 

Gelage

Einweggedicht, Mehrfachtraum

 
Die Stadt reibt sich die Beine. Ganz schön heiß schon heute, und wenn man nur wüsste, was einen durch den Tag bringt. Rechts und links eines jeden Texts stapeln sich die Nachrichten, vermutlich nicht zuletzt bis an die Zähne motiviert zu uns durchzudringen, allein dadurch, immer erst nachgereicht zu werden, nie vor der Welle sein zu dürfen. Viel Müssen dieser Tage, viel Fürchten auch, und nur im Traum noch diese Planschbecken der Unwahrscheinlichkeit.

Du sitzt am Tisch, nonchalant die Agenda fächernd, als wären Inhalte so was von 80er, und wahrscheinlich hast du Recht. Die Entscheidungen kokettieren mit der Sachlage und einer stimmt ein Gedicht an, als ihm der Text ausgeht. Einweggedichte in jedem Koffer, jeder Handtasche, für Momente des Schweigens, der Schlag- Unfertigkeit, wirft mein Hirn in die kurz eintretende Lücke, in der sich die Reaktionen neu sortiere.

Das müde Lächeln gewinnt nach Punkten, mitgeschrieben haben trotzdem einige heimlich, und du und ich haben kurzerhand eine Eintrittskarte für den nächsten Traum aus den Zeilen gedrechselt, one way, nicht übertragbar. Ob das durchgeht? Gepackt wird später, jetzt ist erst nochmal die Realität dran: Im Schatten die Sehnsucht jetzt unverkennbar, im Licht der Jahresabschluss, und mittendrin alles, was mittanzen möchte, ohne aus dem Takt zu geraten.