Gelüste

1, 2 oder 3?

gegen die wand stellst du die wunden der nacht, öffnest dem spätsommer die tür mit einem in weihrauch geschwängerten gedicht auf den schenkeln, das deine lippen badeanzug statt bikini tragen lässt: 1, 2 oder 3 ? weiter kann der tag den rock nicht heben, das knie auf zwei viertel vom takt gebucht, fordert horrende ablöse und rettungsring und zwei whisky cola auf eis.

wie damals! prustend leckst du das laub dem alt gewordenen asphalt aus der kurve, den schatten fernzuhalten suchend, der schon wieder bein zeigt, als bekäm er’s gezahlt. augenbraue für augenbraue, zuckt das grün in tönen zwischen betonpflanzen, bühne bordend für den nächsten mensch, der hält, was er nie zu träumen wagte und die hüfte nicht nur als bindeglied missachtet.

halleluja wäre jetzt fies und pathos und drei oktaven zu tief gelagert, dann lieber die stimmgabel ins haupthaar, den alltag in den kofferraum und einem laib gehuldigt, der alles nährt, was da hungert, aus minuten einen tag und aus leere ein gefäß macht, dem man wein sein möchte.

Gegenwart

Tage wie dieser

Herbstliches Frankfurt vom Lohrberg

tage wie dieser, auf halbacht geflaggt, auf dreiviertel getaktet und immer eine stürmische begrüßung auf abruf, lagern zwischen zu kurz gekommenen nächten, die ich nicht wiederholen möchte.

der arzt zwar freundlich im ton aber bestimmt in der botschaft, der termin zwar zu spät, aber mit kaffeeweisser zum kaffee, der sekt zwar kalt aber pubertär im abgang, ich stelle nicht nur die uhr sondern gleich die zeit auf lautlos und den wecker unters schafott.

du sprichst von ferne und näherst dich erst beim nachtisch, der temperaturbedingt flachfiel, mit einer nachricht aus ton: man möge sich dir leichtbekleidet aber schwerst an lottogewinnen tragend nähern, die dämmerung zwischen den zähnen und die freien vormittage als eintrittsgehalt pfändend für das leben danach.

wir ziehen diesen nieselnden herbst jedem nuschelnden sommer vor, essen ungern vom eigenen teller, dichten beim fahren großspurige Verse und stürzen doch immer wieder spontan beglückt ins laub -abrechnen können wir später, jetzt wird erstmal geerntet, frau holle!