Gelage

One more time

gleich nochmal

Das Wochenende. Den Blick, den Moment, die Aufgabenverteilung, das Frühstück, die Wut, den Mut, das Gewitter, die leisen Wanderjahre, das Gestern, das Vielleicht, dein HabedieEhre und das Zwinkern im Anzug, als du die Tür schon aus den Angeln, aber meine Nähe noch nicht gehoben sondern nur erahnt hattest.

Das Wochenende hatte hoch gepokert, alles auf K gesetzt: Kunst, Käse und Kahlschlag, dazu viel F und ein wenig G, aber vom kleinen glücklich machenden, das gleich wirkt und gerne bleibt auf ein Viertelstündchen oder zwei und dem Griesgram fern. Das L hatte in der Vorbereitung gemogelt und musste daher draußen bleiben, eine Runde um den Block laufen, als ob das eine Strafe wäre für Langstreckenläufer.

Wir hatten uns ein paar Klammern gesetzt, viel in den Nebensatz gepackt, den ich verschachtelt in wenn und dann gelegt und du kurz vor Verzehr mittels Interpunktion doch wieder auf Augenhöhe gebracht hattest – wie ich das liebe! Also eigentlich 3 Sätze bis zum Sieg, der uns beiden wenig sagte und daher einen Absatz tiefer rutschen musste. Abseits? fragte einer in der 5. Nachspielminute und das war nicht ich, die ich die Finger bereits aus dem Spiel und nahe deines Schulterblatts in Stellung gebracht hatte. Braille oder nicht Braille, lass die Tür nochmal ins Schloss fallen, eine Runde geht noch!

Gegenwart

Lass uns baden gehen, Göttin!

Auf dem Heimweg ist die Hölle los, schreibst du, und weißt mit einem Satz mein Kopfkino zum Laufen zu bringen. Sei Göttin mir und Sandfloh, Jurte und Sommerrolle vorwärts, Luststrolch und Gefährte, verkauf’ mein Hirn auf dem Schwarzmarkt, pack deinen Koffer noch in den Moment auf den Lippen, den ewig gestrigen, aber was ist schon für immer!

Zwischen Berg- und Talfahrt und Meilen vor dem Gemüsedöner halt um meinen kleinen Finger an, nimm dir die Hand. Die Hand, die zu klein für die Welt, zu groß für den Moment und genau richtig für deine Hand, passt schon, sagst du, ziehst innerlich Schuhe und Wäsche aus, öffnest die Arme, die Himmel, den Raum für einen Schritt, den Herbst für eine Runde zwischen den Jahreszeiten, die Augen für einen Blick.

Sei Muse mir und reissender Fluss, meine Ufer mit Wüsten flutend, meine Wut räumend, nimm mich in papiernen Tüten, barfuß, Rost auf den Lippen und Seemannsgarn im Ohr. Ich hör dich auf Halbmast. Den Hut ins Genick geschoben, hat die Nomadin im Rückspiegel drei Zähne weniger seit du an Land und ich mit der See im Disput, wer tiefer die Wellen im Abschlag zwischen Vollmond und Waterkant. Ich mag lieber spielen und setze auf Los, das du standepedes als Niete dechiffrierst.

Sei Wasserwage mir und Hoodie, Resterampenstürmer und Feuervogel, Windrose, Abziehbildchen und der im Tee, der mir den Alltag mit Kluntjes versüßt, wenn Sturm angesagt und das Bordpersonal versagt, sei Weg mir und Abweg, Umweg und Scenic Route, Heimweg sei mir, halt mir die Aussicht vom Leib und das Herz jenseits von Takt; in die Vollen tritt, und ein: Komm, lass uns baden gehen, Göttin, Bauchnabel voran, auf dem Heimweg ist sicher die Hölle los!