Ja, sagst du zu Recht, es gab schon leichtere Morgen als diesen, besseren Wein. Und ich bedecke meine Ohrmuscheln demonstrativ mit jeder Menge Staub, bereits zweifach benutzten Teebeuteln und aus Mitternachtszeiten übrig gebliebener Schwermut.
Morgen, murmele ich unter bereits wieder luftdicht verschlossenen Wimpern, morgen erwarte ich hohen Besuch. Heute aber, heute will ich einen Dreitagebart, 3 Liter Milch aus der Flasche trinken, nicht ein einziges Mal auf die Uhr schauen und ungeduscht ins Abendkleid steigen.
Stadtrand & Notizen
22-77-99
“Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) formulierte unter dem Schlagwort “22-77-99″, dass es ein Fernziel der Prophylaxe sein müsse, wenn bei 99 Prozent der Bevölkerung die 77-Jährigen noch mindestens 22 Prozent der eigenen Zähne in Gebrauch haben könnten”, weiss die Krankenkasse zu motivieren.
Na denn auf zur Prophylaxe, die meine Krankenkasse zwar nicht bezahlt, aber wer will schon 22-77-99 gefährden? (Mein Zahnarzt arbeitet Gott sei Dank hauptstadt- und medienberufkompatibel jenseits von 08/15 auch mal bis 22 Uhr.)