Gesuche

Leck in der Grundwasserversorgung

Man gebe mir Müdigkeit, nur eine Unze, und eine Tasche Wut.

Und dann doch wieder der Süße die Kraft entzogen, versuchsweise, wieder und wieder, bis die Nacht dem Tag unter die Decke folgte. Schuss für Schuss die Lider gehoben und die Wimpern beseelt, nur um dann einem neuen Hohlraum gegenüber zu stehen. Jenseits von High mein Bündel geschnürt und die Pedale gen Westen getreten, die trockene Stulle im linken Mundwinkel festgefrierend. Durst as Durst can, aber auch der kann neuerdings warten.

Dem Busfahrer beim dritten Überholmanöver ein Lächeln geschenkt und ihn an der nächsten Kreuzung lustlos geschnitten. Angekommen, drei Stapel Blätter geschichtet, umgeschichtet, zur Spätschicht verdonnert und wortlos die Grafik zur Übernahme gedrängt. Vier sind mindestens einer zu viel, wir wissen es alle, wie wir wissen, dass Worte fehlen, Worte und Zungen, Finger auch. Nägel. Reibungskräfte hingegen schwelen unterrindisch, allein die Borke hält. Milch ist auch keine Lösung mehr.

Das Logo geritzt, lorbeerumkranzt in die Tischplatte gestampft, in die Wildledersohle des besuchenden Ölscheichs, ins Petit Four auf dem verwaisten Frühstücksteller im Büro nebenan. Acetone ins Telefon atmend, unschlagbare Angebote verkündet mit tonloser Flötenstimme und irrwitzigem Aberglauben in der Ellbeuge. Dem Praktikanten das Mittagessen geneidet, der Kollegin ihre Zukunft, dem Chef den Mut. Drei Hallelujas später einen erneuten Blick aufs Display gewagt und prompt bereut. Statt ins Bett zu Mister Aufziehvogel in den Brunnen gestiegen.

Im Vokabelheft erste Zweifel am körpereigenen hydraulischen Potential notiert und im Affekt eine Normalnull jenseits aller Spiegelebenen entworfen.

Geliebte

Treppen absetzen

Beim abendlichen Blick über den Hof ein Lächeln abgestaubt, ein braungebranntes, das über die Tagesschau hinaus wirkte, mitten in den Spätfilm funkte und gar das Testbild noch zum Wanken brachte. Beim Ruderfinale mitgefiebert, Oberarm für Oberarm das Wochenende nähergerückt, den gischtigen Nachhall zwischen den Zehen bunkernd.

Die zahnbespangte Nacht unters Kopfkissen gepackt, kreuzt er die Schulterblätter – en garde, packt die Goldfeder aus und malt sich einen lüsternen Narziss in die Ellbeuge, spiegelverkehrt versteht sich. Zwischen frischgetuschten Wimpern offenbart sich ihr stillgelegtes Zehenrad außerhalb des Plumeaus, einladend nackt. Die Waden zur Vernunft gerufen, ordnet er seine Schenkel streng parallel zu ihrer Kniescheibe: Jeder ist ein Körper. Seiner hungert.

Irgendwann dann: Flucht ins Treppenhaus. Zum Z’Vieri ein Glas frisch gepresste Zitrone auf der dritten Stufe, den Rücken an die kühlende Wand, der Blick treppab, erwartungslos auf den nächsten Gipfelstürmer gerichtet. Sämtliche Träume noch vor dem letzten fruchtfleischreichen Schluck auf die nächste Kante geschubst – bis zur Kehrwoche in Sicherheit – und dann Anlauf genommen für die nächste REM-Phase an ihrer Seite.