Gedanken

Wenn mein Rücken aussieht wie mein Schreibtisch

Scham und Schuld reichen nicht aus, mir den goldenen Schuss zu versetzen. Gescheckte Zehen lassen den Boden unter sich ja auch nicht verkümmern, sie haben nur Schwierigkeiten, den Körper zu tragen, der diesen Boden betritt. Schmerzlaute sind da vorauszusehen und also nicht zu beklagen. Scham und Schuld reichen aber aus, um ein Rückgrat zu brechen, schleichend, Wirbel für Wirbel krachen lassend, Bandscheiben aus der Bahn kickend und Nerven blank legend. Ganz Skelett krieche ich dann nach einer Schale frischem Nass, in der Hoffnung, es möge mir den Staub von den bloßgelegten Gebeinen spülen.
Gegenüber mein Schreibtisch, erhoben aber zerwühlt. Abblätternde Seiten eines Lebens ohne Buchstaben, Alterflecken noch und nöcher und unübersehbaren Schwerpunkten. Gestapeltes Wissen, zusammenhanglos aneinandergereiht ergibt sich ein Arbeitsplatz voller Abriss, Zettel unterschiedlichster Couleur, bergeweise Veranstaltungshinweise, die nie zur Beachtung gedacht waren. Zerfetztes gibt’s auch, unzureichend kaschiert von makellosen weißen Westen-Blättern. Und leere Bücher.

Und dann erhebt sich ein Kopffüßler mit weitlachendem Mund, greift dem Leben zwischen die Beine und spürt den Puls.

4 Gedanken zu „Wenn mein Rücken aussieht wie mein Schreibtisch“

  1. fragmente sagt:

    Das hier kommt mir so bekannt vor. Hatten Sie schon einmal ein anderes Blog?

  2. Ole sagt:

    Mein Gesicht sieht derzeit aus wie ein zerknülltes Bettlaken. Ein schlecht rasiertes, unfrisiertes. 🙂

  3. kopffuessler sagt:

    frau fragmente, freut mich sehr, dass man dem blog meine unerfahrenheit nicht sofort anmerkt, bzw, nein, dies ist mein erster blogversuch.
    und ole, DAS kann man ändern 😉 (wenn man denn möchte)

  4. Ole sagt:

    Zumindest die zweite Hälfte. 🙂

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