Geliebte

Schwarzer Vogel Mut

Zerzaust | © Anne Seubert

Rara avis terris, nigroque simillima cygno.
Für Max Bense.

Zwischen all den Resten, Rändern, Rudimenten wagst du einen Blick ins nur bei Tageslicht Wahrnehmbare, legst Lupen an Wahrscheinlichkeiten und Statistiken in den Halbschatten, huschst hinter Prognosen und launisch verlautbarten Grundsätzen, zeichnest Fragen in die Antworten, änderst den Schluss, den du ziehst, nachdem alle Lichter gesetzt, und lässt den schwarzen Vogel flattern.

Seine Schwingen tragen schwarz, das Herz – man ist seit Jahren per Du – auf den lächelnden Lippen. Der Ton aber bleibt aus, die Stimme verhallt in dem Dunkel, das der Vogel unter seinen Schwingen dir gewährt, raumgreifend die Stille, dir Bühne und Boden und Wand, an die dich lehnst, wenn ob plötzlich einsetzender Helligkeit, der Schwindel einsetzt. Der Schwindel, der dir die Spurensuche schwer und das Horizonte sammeln unmöglich macht, hält was das Flattern verspricht: Stillstandlosigkeit.

Jetzt will alles Ich ein Du, das sich aufplustert und steht noch im ärgsten Sturm, das sich abhebt und versteht. Steht. Die Schwingen tragen deinen Blick über deine Wut ins Innere deiner Angst: Was wäre wenn, flüstert dein Augapfel im Angesicht des Kopf stehenden Herzens und lächelt dem Mut tröpfchenweise ins Schwarz gleitende Schwimmringe zu: Jeder Mensch ist eine Insel, ich bin das Meer, Du aber, flieg!

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