Gemäuer

Loving by Doing

Du legst mich zwischen dich und sortierst mein Verlangen in Fjorde, Mariannengräben, Längen- und Breitengrade. Ich sehe dich fern und näher kommen und endlich aufgehen in einen, der zu dem steht, was er aufsagt und den Mond nebenbei in Säulen gießt. Nächte tief, die den Tag in den Schatten und das Licht auf den Scheffel stellen, leuchtet dein Weg, als lächelte er sich ohne Wasserwage in die Balance zwischen to go und to be gone, zwischen Hebebühne und Theaterkasse.

Du verleihst meinem Zustand Flügel, meinem Lächeln Contenance, meiner Rückendeckung Grund genug vor die Tür zu gehen, auch wenn die gen Mekka zeigt und keine Öffnungszeiten anbietet. Halbzeit? You wish, der Anzug ist frisch aus der Reinigung und kann einiges ab- und zu auch mal Zärtlichkeiten zirkulieren lassen. Im Kreis, Punkt, Punkt, Komma, Strich dein Zeichen, das die Sonne dir auf die Stirn prägte, zu sehen nur, wenn der Wald zum Z’Nüni seine Bäume teilt, und den Weg freigibt, Scheitel für Scheitel ein Panorama blosslegend, dass jeden Horizont blass werden lässt.

Mein Schatten geht fremd, versucht sich im Onlinebanking, legt sich der Frage zu Füßen, die zwischen unseren Lippen Platz genommen hatte, als wäre das ein Platz an der Sonne, dabei weiss doch jedes Kind, dass wer sich zur dicken Lippe bekennt, einstecken können muss. Du sagst dem Schmerz, wo es langgeht, zeigst dem Kreuz den Hinterausgang und mir den Fruchtknoten, den die Blüte erst zeigt, wenn Schicht im Schacht. Ich bleibe untertage, den Himmel auf Schultern, die des Fliegens müde, einst die Federn in Necessaire gepackt hatten, aber heimlich einen Fallschirm unter der Achsel tragen. Man weiß schließlich nie, welches Salz hinter der nächsten Säule lauert, und aus welchem Meer!

Gemäuer

Zeit des Kragenknopflochs

Der Atem zögerlich, die Beine Perserteppichen gleich ein gewebtes Mosaik eingefärbter Wollfäden: ins Stocken geraten, in die Fläche gedrungen, aller Dimension verlustig gegangen, der nächste Schritt einer der unmöglich. Der rechte Fuß dem linken fremd, zwischen ihnen eine Sturmflut brandend, kein Ufer in Sicht. Schenkel, die zittern statt halten, Knie, die ihrer Rolle fern zu Schildern mutieren, durchgedrückt bis an die Wand, die mehr Vermutung denn Architektur, und eine Hüfte, die alle Schlösser schließt, seien sie auf Sand, Stein oder Mutterkuchen gebaut.

Der Schlaf einer, der des Träumens überdrüssig, einer, der fragt bevor er das Fenster öffnet auch wenn ihm bei geschlossener Tür die Erschöpfung ins Gesicht geschrieben scheint: Augöffnungen als Zeugen eines Kopfes, dessen Leere hallt. Dessen Ufer brackiges Wasser zur Schau stellen um die Trockenheit zu vertuschen: Notdurft Smalltalk.

Der Blick einer, der bei Ankunft heilt. Doch Heilung etwas für Turteltauben, erwiderst du mit Blick auf das Kopfsteinpflaster, öffnest deine Wunde und legst die Mähne aufs Schafott: Aufgeben wieder als Aufgabe wahrnehmen, den Seitenstrang bloßlegend, den Nacken offen tragend: Es ist die Zeit des Kragenknopflochs, das die Nelke trägt auch und gerade wenn der Knopf längst verloren: Die Revolution am Revers und das Revers an der Reissleine.