Geliebte

Sehnsüchtig? Per Default!

die sonne, die du du auf deinem lächeln über die schwelle trägst, macht mich ad hoc heimkommen.
die verzweiflung die du der welt zuweilen entgegenschleuderst, lässt mich kalte füße kriegen.
die worte, die du zwischen die zeilen klemmst, oft nach mitternacht, machen mich sprachlos.
der hunger, mit dem du morgens aufwachst, macht mir appetit auf ein leben nach dem frühstück.
die wucht, mit der du mich zur rede stellst, nimmt mir den atem und die antworten gleich dazu.
die lust, mit der du das leben und seine menschen in deine arme nimmst, lassen mich erschauern.
der frust, den dir dein körper täglich einbrockt, macht mich einsam. und mitunter verrückt vor sorge.
die gedanken, die du mir bereits vor dem aufwachen im stakkato servierst, sorgen für staunen.
die hand, die du mir hinstreckst, nehme ich gern.

Gegenwart

übermut und daunenkissen

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dem träumen zwei jahre geschenkt, gut angelegte, genüsslich verschwendete. eins mit schweben verbracht, über den tellerrand gespuckt und den goldrand entlang getänzelt. ein anderes: die augen nicht verschlossen, sondern sehen gemacht. dem bauch ein bett gebaut, das ihn trägt, aus balken, die dem holzwurm zu bitter. zwei jahre dem wunder die hand hingehalten und zugegriffen, wenn sich eins traute. ein jahr dem vielen noch mehr entgegengesetzt, das haar offen getragen und die füße nackt.

es folgte eines im zeichen des abnehmwilligen mondes. deutlich kühler forderte es zwischen den zeichen auf, die schultern wieder zu bedecken und den übermut wenigstens beim nachnamen zu nennen. tee statt kaffee und seilspringen statt knallerbsen-bingo. der wecker hielt sich bereit, aber dank snooze und daunenkissen ließ sich der morgen immer wieder hinauszögern.

irgendwann aber bliest du zum zapfenstreich, riefst den frühling aus und verschwandest noch ehe ich blinzeln mochte. verschärft, dachte ich noch, ich erinnere mich dunkel, nahm abschied von nacht und miederwaren und machte mich an das, was gemeinhin unter aufwachen bekannt. ein langwieriges unterfangen wie sich bald zeigte und ich ohne jedes talent. nur gut, dass du händchen hälst, die trillerpfeife im anschlag, in der luft liegende küsse nur notdürftig verhindernd.