Gelüste

schalk zwischen den scheiben

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ruhe in lettern, quer hinter meiner stirn, die in runzeln gelegt, altern übt. das bett ans fenster gerückt, dem leben auf die pelle, so dass jede einzelne sommersprosse sichtbar. du zählst heimlich mit, die guten ins töpfchen, die schlechten ins kröpfchen ich möchte bitte lösen: zweimal das frühstück ans bett und einmal den tiger aus dem zoo.

nie gedacht, dass anlegen das schwerste werden würde, dass immer einer fehlt, einer krumm schaut, einer doppelt zahlt. dass die unruhe bleibt und das lächeln, das sich in meine arme schmeisst, auch wenn grad kein tisch frei ist.

ruhe in fetzen, titelt der autor auf dem nachttisch als der morgen sich zwischen uns schiebt, licht und lärm im schlepptau und dieses grinsen, das ich ihm um den hals schlingen möchte, bevor er mich stolpernd zum lachen bringt. auch nur ein job mit jahreszeitlich wechselnder aussicht auf feierabend, lerne ich. ich schliesse spontan komplizenschaft und eröffne eine zweigstelle am küchentisch: kaffee zum hinlegen und ein pausenbrot mit ordentlich schalk zwischen den nackten scheiben.

Gegenwart

die stufen bis zum stolpern

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wenn du kommst, flüchte ich. nacht für nacht, springer auf d4. flucht in den traum, den du ausspuckst, wie einen wein, der nur zum kosten. mich aber trinke, den kelch mit beiden händen zu den lippen führend. den finger auf der landkarte, die ich ausspiele wie meinen letzten trumpf.

gelb ist trumpf, schon immer gewesen, als die strassenlaterne noch auf gas und die nasszelle gefliest bis in die letzte intime fuge. es bleibt immer einer trocken, heute der silvaner, den du ad hoc verschmähst. die treppe knarrt störrisch, auch in der 23. etage noch, ich zähle die stufen bis zum stolpern und bleibe. stehen auf einem bein allein.

absatz, diktierst du und drückst die stoptaste vor dem nächsten kapitel, das keinen zeilensprung, aber einen wasserfallkragen abbekommt. mehr ist nicht drin, das papier dünn und deine schokoladenseiten bekomme ich, keine kompromisse. das grosse d zickt, ich schüttel eine zweite nacht aus dem ärmel und lass dich ausnahmsweise schwarzweiß fahren!