Gelüste

Während du an Land

Leg mir die Hand auf den Mund
auf dass ich dich in den Finger beiße,
deine Hand Finger für Finger vom Salz befreie,
Atem einholend, während du an Land.

Lass mich dich zum Schweigen bringen,
an der Hand genommen,
durch Lächeln allein und einen Blick,
der sich auch von Plexiglas nicht aufhalten lässt.

Bette mir deine Lippen in den Nacken, One-Night-Stands,
da wo der Schmerz auf dem Weg gen Schulterblatt allzugern ankert,
lass Worte mir, als Zwischengang gerade noch hörbar südlich des
Ohrläppchens drapiert, da wo der Halbschatten Verstecken spielt.

Geb dich für eine Armlänge zwischen meine Zeilen,
lass Kommata mir aus den Fingern perlen
und dir ins Dekolleté, Sinn stiftend, da wo sonst
pure Anarchie Graben schlägt, spitzenumhüllt.

Gemäuer

Zucker, Zorn & Zärtlichkeit

Auf die Waage legst du
die Zärtlichkeit des Sees ab viertel vor vier,
den Mut der Stunden vor Sonnenaufgang,
das von mir mitunter übersehene Lächeln meiner schüchternen Muse,
und das Basssolo des ungarischen Jazzgitarristen, zornig gezupft.

Beim Moderieren der unausweichlichen Diskussion im Anschluss
hälst du deine Nonchalance im linken Augwinkel drapiert, auch,
als dir die Sekretärin wieder drei statt zwei Stück Zucker in den feierabendlichen Kaffee versenkt.

Die Waage bleibt unbeeindruckt von Zucker und Zorn,
lässt Milligramm für Milligramm die Hüllen fallen, zeigt Bein,
Stand- und Spielbein kokett verwechselnd,
bis selbst du mit den Hüften Planetenbewegungen intonierst.