Geliebte

Abflug deines Lächelns

Wein. Brot. Käse. Und ein See mit Samt zwischen den Fingern. Fingern, denen ich das Salz von den Beeren lecke. Salz, das der Käse übrig ließ auf dem Weg deine Lippen zu umgarnen, die ihm nichts in den Weg zu stellen wagten. Im Gegenteil, Oliven wurden ihm gereicht und Wein und ein Glas Sonne. Was sag ich, zwei! Zwei, die sich in den Armen lagen wie wir: Schweigend.

Schweigend auch deine Brust, die meinem Rücken Deckung gab gegen den Rest der Welt, der sich spontan nicht zu stören traute. Gegen das warme Wasser, das uns trug, bis der Himmel sich anhob, Trauer zu tragen, gar zwei, drei Tränen gebar. Tränen, die nicht zu Wein sondern Wasser wurden, eine Handbreit mindestens. Eine Hand, die zwischen uns lag, fingerbreit.

Meine Sehnsucht könne ganze Berge erhellen, sagst du, meinen Blick im Arm, während meine Finger, die da eben noch lagen, deinem Herz den Rücken kraulen. Deine Gedanken an die Leine nehmen und einmal um den Block führen. Der Block, der deine Fragen auf den Gefrierpunkt bringt. Gang go sünnele, Ego!, möchte man deinen Lippen adhoc Bekenntnisse abküssen, aber Paris hatte sturmfrei in dieser Nacht, Du pfeifst Saisonwechsel. Es bleibt: Smoke und ich weiss, wir kommen wieder, während dein Lächeln im linken Mundwinkel den Polnischen übt.

Generika

Die Leiden der Jungen Wörter

Sonntagmorgenglocken im Ohr, will, was da eben noch Buchstabe jetzt ein Wort sein. Auf der Zeile tanzen bis zum Doppelpunkt, nur um dann nocheinmal klein anzufangen und, eine zweite Konjunktion im Ärmel, einen Halbsatz tiefer stapeln. Mitohne Verb. Passiv und erst auf den zweiten Blick kokett. Es muss nicht immer Diminutiv sein, mitunter setzt ein Präfix Zeichen, die sich zwischen Mittel- und Beziehungsohr einzunisten wissen, nachhaltigst.

Das Letterleben ist eines, das sich typenweise lebt, gerne mal unter Hochdruck, in Kleingruppen dem Linguisten gefügig gemacht. Bleibesetzt die Lunge liegt sodann dem Atem eine Wortgewalt inne, die dich reisen macht. Vor und zurück und immer wieder jenseits der Schriftsprache, da wo Klang und Haptik ein Tänzchen wagen, einen Stehblues gar, zwei Silben vor und einen Umlaut zurück, knallvergnügt der Etymologie immer wieder ein nonchalantes Schnippchen schlagend.

Privatvergnügen vermehrt sich sprachlich exponentiell, in diesem spezifischen Fall zumindest, der mehr Case als Kasus, Flexion hin oder her. Ich möchte dir den Stab nicht buch- sondern kieselsteinweise kredenzen. Immer einen Gedankensplitter auf Eis und dazu ein Pannakotta von einzeln gedünsteten Schachtelsätzen an Bord. Der Sonntag kann kommen, was sag ich, das Wochenende, die Woche, das Jahr!