Seine Kniekehle schluchzte unterdrückt bei jedem Schritt, doch ganz Arzt, gab er dem Schmerz nicht nach, sondern machte die Kehle sich unbarmherzig beugen. Er duldete keinen Stillstand, blieb auf der suche, besessen von den kleinen Dingen, die ganze Universen in sich tragen. Und mochte er auch nach dem Wurme bloß getauft worden sein, erwar zu höherem berufen. Die Kniescheibe knirrschte, dem Trotz eine Oberstimme verleihend.
Denn egal ob Rune oder Muschel, Larve oder Setzling, er wollte sie alle haben. Sanft aber bestimmt säuberte er sie von eventuellen Schmutzpartikelchen, mumifizierte oder notierte er jedes Merkmal, vergleicht und misst, zertifiziert und präpariert sie zu Exponaten, um ihnen schließlich ihren Platz zuzuordnen. Regalboden für Regalboden, Schächtelchen für Schächtelchen füllte er den Raum bis unter’s Dach, auch noch in die kleinste Ecke hängte er Erkenntnisse und vom First ließ er es Fischschuppen regnen.
Das war lange vor unserer Zeit, es gab Kurioses in Hülle und Fülle, man kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Pflänzchen wurden bestimmt und Herbarien angelegt, Tierarten und –abarten klassifiziert und Kreuzungen herangezüchtet. Aus fernen Ländern, die Paradiesen anmuteten, gab es Perlmutt, das so glänzte und funkelte als wäre es aus edlem Gestein. Es gab Tinkturen und Öle zu erschnuppern, Wirkstoffe herauszudestillieren, es gab Leiber zu sezieren, Höhlen zu durchleuchten. Alles war neu und wundersam, rar und kostbar. Es galt, es zu präparieren, zu präsentieren, es galt, zu sammeln!
Was heute ein kid37 war damals wohl ein gewisser Herr Worm.
