Gestern

restitutio ad integrum

Wer mit mir näher zu tun hat, weiß, dass ich in Sachen Kommunikation mitunter eigenwillig und so zeitweise beispielsweise telefonisch nicht erreichbar bin. Manchmal auch mal eine zeitlang gar nicht. Dass die Kommunikation mit dem Reiki-Meister allerdings missglückte, kann nicht daran gelegen haben, er wollte sich bei mir nämlich per Email nach eingetretenem Behandlungserfolg melden und tat es über zwei qualvolle Wochen lang nicht. In der dritten versuchte ich telefonisch mein Glück, wurde jedoch von einem rauschenden AB abgefangen.
Schwer wurden die Nächte, leidvoll die Stunden im Bus und mein gerade verheiltes Sprunggelenk schwoll unter der neuerlichen Belastung durch die zurückzulegenden Laufstrecken zwischen den einzelnen Haltestellen und Haustüren erneut an.

Ich ahnte das Schlimmste. Umso mehr strahlten meine Augen, als er vorgestern anrief und die vollständige Genesung verkündete!

Nun gibt es noch zweimal 24 Stunden Zinksalbe und dann aber wieder zurück auf die Straße, in die Kurven und den Rest der Stadt. Ich küsse die Kiesel zum Dank, dreimal jeden Einzelnen, in Zukunft werde ich Bordsteinkannten, Schotterpisten konsequenter meiden und dem Grünen das Stahlschloss doppelt um den Hals wickeln, wenn ich es stehen lasse. Halleluja.

Geliebte

Tagesschau

Ich esse wieder mal zu viel. Nicht zu viel für meinen wachsenden Bauch, auch nicht zu viel für Dein Lächeln. Aber zu viel für die anderen vier Personen am Tisch, die sich auch gerne sättigen könnten.
Meine Füße stumm, mein Herz weinerlich und aus meinem linken Mundwinkel rinnt bräunlichen Bindfadens Maggiwürze aus dem Sonderangebot. Ich rücke meinen westlichen Hüftknöchel zwei Zentimeter weiter zu Dir und beiße erneut ins Brot.

Am Abend ist das Licht gnädiger, es macht den Tisch runder und Dein Knie schön. Du weißt um meine Füße und schaust diskret mir nur auf die Finger. Die liegen beidseits des Glases, brav geradeaus blickend.
Ich renne trotzdem los, der Bus muss erreichbar bleiben, das Wetter wolkenlos. Ich bete an der Ampel und drei Vaterunser später geh’ ich auf Knien über die Straße.

Morgens wüsste ich gern wovon Du sprichst, weigere mich aber standhaft die Augen zu öffnen. Stattdessen male ich mir die vergangene Nacht in Grüntönen aufs Oberlid.
Du lachst schon vor dem Tag und fürchtest weder Lob noch Tadel. Ich neide Dir vieles, doch Deinen Schnurrbart noch nie.